Als vor 30 Jahren die ersten Schwulcomix eines unbekannten Tischlergesellen aus Dortmund erschienen, waren die Einflüsse ganz verschiedener Vorbilder wie Robert Crumb oder Gerhard Seyfried zu spüren. Der junge Zeichner tobte sich aus und fabulierte wild drauflos, dass manchem Betrachter die Luft weg blieb, von Märchen über Science Fiction bis zur Pornofantasie war alles vertreten. Die oft anarchistisch anmutenden Geschichten vermitteln noch heute die Lust dieses jungen Mannes, sich mit der Szene, dem Alltag, seiner Sexualität zu beschäftigen. Es hat lange gedauert, bis Ralf Königs Figuren ihr heutiges Erscheinungsbild gefunden hatten. Die bulligen Kerle mit gewaltigem Schädel und Nussknackergesicht wurden kleiner und schlanker, dafür wurden ihre Nasen immer größer.